Vorbereitung auf das Erstgespräch – Fragebögen für Psychotherapie, Paartherapie und Sexualtherapie

Ein erstes therapeutisches Gespräch muss nicht perfekt vorbereitet sein. Sie brauchen weder eine fertige Erklärung für das, was Sie beschäftigt, noch müssen Sie bereits genau wissen, welche Form der Begleitung für Sie die richtige ist.

Gleichzeitig kann es hilfreich sein, einige Gedanken vor dem Termin in Ruhe zu sammeln.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zur Vorbereitung und drei getrennte Eingangsfragebögen als PDF zum Herunterladen: für individuelle Psychotherapie, für Paartherapie und für Sexualtherapie. Jeder Fragebogen ist auf die jeweilige Gesprächssituation zugeschnitten.

Die Fragebögen helfen Ihnen, wichtige Themen zu sortieren, und geben mir eine erste Orientierung. Sie ergänzen das persönliche Gespräch und führen zu keiner automatischen Diagnose oder Behandlungsempfehlung.

Warum ein Fragebogen vor dem ersten therapeutischen Gespräch hilfreich sein kann

Im ersten Gespräch kommen häufig viele Ebenen zusammen: die aktuelle Belastung, die persönliche oder gemeinsame Vorgeschichte, Erwartungen an die Therapie und die Frage, was sich verändern oder besser verstanden werden soll.

Ein vorbereitender Fragebogen schafft dafür eine erste Struktur. Sie können in Ihrem eigenen Tempo überlegen, was Ihnen wichtig ist, und müssen sich im Gespräch nicht darauf verlassen, alles spontan zu erinnern.

Die Antworten müssen weder vollständig noch besonders ausführlich sein. Manche Themen lassen sich schriftlich gut benennen, andere brauchen das direkte Gespräch. Beides hat seinen Platz.

Welcher Fragebogen ist für mich der richtige?

Die drei Formulare sind bewusst getrennt aufgebaut. Einzelpsychotherapie, Paartherapie und Sexualtherapie stellen unterschiedliche Fragen an die therapeutische Orientierung. Ein einziges sehr langes Standardformular wäre dafür weder übersichtlich noch fachlich sinnvoll.

Eingangsfragebogen für Einzelpsychotherapie und analytische Arbeit

Der Fragebogen für Einzelpersonen erfasst zunächst, was Sie aktuell zu einer therapeutischen Kontaktaufnahme bewegt. Er kann außerdem relevante Aspekte Ihrer gegenwärtigen Lebenssituation, wichtige Beziehungen, wiederkehrende emotionale Muster und bisherige Erfahrungen mit Psychotherapie oder anderer Behandlung einbeziehen.

Je nach Anliegen können auch Schlaf, Stress, körperliche Gesundheit, Medikamente, berufliche Belastungen und unterstützende Beziehungen eine Rolle spielen. Ziel ist, das therapeutisch Relevante sichtbar zu machen – Vollständigkeit ist dafür nicht nötig.

Die Struktur ist offen genug für psychodynamische Psychotherapie ebenso wie für vertiefende analytische Prozesse.

Eingangsfragebogen für Paartherapie

Der Paarfragebogen richtet den Blick auf die Beziehung und gibt beiden Partnern Raum für die eigene Perspektive. Er kann erfassen, was das Paar gerade jetzt zu einer Kontaktaufnahme bewegt und welche Veränderungen sich beide wünschen.

Zu den möglichen Themen gehören die Geschichte der Beziehung, Kommunikation, wiederkehrende Konflikte, Vertrauen, Nähe, Sexualität, familiäre Belastungen, frühere Krisen und bisherige Versuche, mit Schwierigkeiten umzugehen.

Die Fragen sind so gestellt, dass keine Person zur Ursache des Problems erklärt wird. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel: Was geschieht zwischen beiden, wie wird darauf reagiert und welche Muster wiederholen sich?

Eingangsfragebogen für Sexualtherapie

Bei sexualtherapeutischen Fragen ist ein besonders sorgfältiger Umgang mit persönlichen Informationen wichtig. Der Fragebogen erfragt deshalb nur das, was für eine erste fachliche Orientierung tatsächlich sinnvoll ist.

Mögliche Bereiche sind der Anlass der Kontaktaufnahme, Veränderungen von Sexualität oder Intimität, Lust, Kommunikation, Grenzen, Körpererleben, Beziehungskontext und körperliche oder medizinische Faktoren, die gegebenenfalls zusätzlich abgeklärt werden sollten.

Fragen zu sexueller Orientierung, Geschlecht, Identität oder Beziehungsform werden neutral und nur dort aufgenommen, wo sie für das eigene Anliegen relevant sind. Sie entscheiden selbst, wie ausführlich Sie intime Erfahrungen schriftlich beschreiben möchten.

Was kann ich vor dem Erstgespräch für mich klären?

Eine hilfreiche erste Frage lautet: Warum suche ich gerade jetzt Unterstützung? Manchmal gibt es einen konkreten Auslöser. Manchmal ist über längere Zeit deutlicher geworden, dass ein bestimmtes Muster, eine Belastung oder eine Beziehungssituation Aufmerksamkeit braucht.

Sie können außerdem überlegen, woran Sie merken würden, dass die therapeutische Arbeit hilfreich ist. Das muss kein präzises Therapieziel sein.

Vielleicht wünschen Sie sich mehr innere Klarheit, weniger Angst, einen anderen Umgang mit wiederkehrenden Konflikten, mehr Verbindung in der Partnerschaft oder einen freieren Umgang mit eigenen Bedürfnissen und Grenzen.

Wenn Sie bereits therapeutische Erfahrungen gemacht haben, kann es hilfreich sein, kurz festzuhalten, was damals unterstützend war und was für Sie weniger gut gepasst hat.

Was muss ich vor dem ersten Termin nicht vorbereiten?

Sie müssen keine vollständige Lebensgeschichte schreiben. Sie müssen Ihre Reaktionen nicht bereits erklären können und auch keine therapeutische Methode auswählen.

Das erste Gespräch ist gerade dafür da, gemeinsam Struktur zu entwickeln. Der Fragebogen unterstützt diesen Prozess, er ist keine Prüfung und kein Maßstab dafür, wie gut jemand über sich selbst sprechen kann.

Wenn eine Frage zu persönlich, zu früh oder schriftlich schwer zu beantworten ist, kann sie offenbleiben. Ein Thema kann später im Gespräch aufgenommen werden, wenn es relevant ist und der Rahmen dafür passt.

Persönliche und sensible Angaben – Datenschutz von Anfang an mitdenken

Eingangsfragebögen können sehr persönliche Informationen enthalten. Deshalb stehen sie als PDF zur Verfügung: Sie füllen den Fragebogen für sich aus und entscheiden selbst, welche Angaben Sie machen.

Den ausgefüllten Fragebogen können Sie zum ersten Termin mitbringen oder im Erstgespräch gemeinsam mit mir durchgehen. Besonders sensible Angaben sollten Sie nicht per unverschlüsselter E-Mail verschicken.

Wie ich mit Ihren Angaben umgehe – Aufbewahrung, Zugriff und Löschung –, erfahren Sie in der Datenschutzerklärung und im Erstgespräch. Alle Informationen unterliegen der therapeutischen Schweigepflicht.

Informierte Einwilligung und therapeutischer Rahmen

Zu einer guten Vorbereitung gehört auch, den organisatorischen und therapeutischen Rahmen zu kennen. Aktuelle Preise und das Kontaktformular finden Sie unten auf jeder Seite.

Wenn für bestimmte Leistungen oder technische Abläufe eine ausdrückliche Einwilligung erforderlich ist, wird diese transparent und getrennt dargestellt. Ein Eingangsfragebogen ersetzt keine notwendige Einwilligungs- oder Datenschutzinformation.

Sie können jederzeit nachvollziehen, welche Angaben erfragt werden, wozu sie dienen und wie damit umgegangen wird.

Was geschieht im ersten Gespräch?

Das Erstgespräch dient dazu, eine gemeinsame Orientierung zu entwickeln. Was führt Sie oder Sie als Paar in die Therapie? Welche Themen stehen im Vordergrund? Welche Zusammenhänge sind bereits sichtbar und welche Fragen brauchen noch Zeit?

Der ausgefüllte Fragebogen kann dabei eine Ausgangsbasis sein. Er bestimmt jedoch nicht den Ablauf des Gesprächs. Im direkten Kontakt kann vertieft, ergänzt und auch neu gewichtet werden.

Im weiteren Verlauf kann gemeinsam geklärt werden, welche Form der therapeutischen Arbeit sinnvoll erscheint. Wenn eine zusätzliche medizinische, psychiatrische oder andere fachliche Abklärung wichtig ist, kann dies ebenfalls besprochen werden.

Noch unsicher? Die Selbsteinschätzung dient der ersten Orientierung

Wenn Sie noch keine konkrete Therapie planen und zunächst besser verstehen möchten, was Sie beschäftigt, gibt es auf der Website eine separate Seite zur Selbsteinschätzung.

Dort finden Sie kurze Orientierungsbereiche zu Paarbeziehung, Angst und Sorge, Niedergeschlagenheit, Sexualität und Intimität sowie zur Frage, welche therapeutische Begleitung grundsätzlich passen könnte.

Die Selbsteinschätzung bleibt ein offenes Reflexionsangebot. Die Eingangsfragebögen auf dieser Seite gehören dagegen zur konkreten Vorbereitung auf einen therapeutischen Kontakt.

Inhalte der drei Eingangsfragebögen

Einzelpsychotherapie – zentrale Themenbereiche

  • Kontaktdaten und organisatorische Voraussetzungen
  • Anlass der Kontaktaufnahme und aktuelle Fragestellung
  • Gegenwärtige Lebenssituation und wichtige Beziehungen
  • Wiederkehrende emotionale oder zwischenmenschliche Muster
  • Frühere Psychotherapie und andere relevante Behandlungen
  • Körperliche Gesundheit, Medikamente und Schlaf, soweit relevant
  • Ressourcen, unterstützende Beziehungen und hilfreiche Erfahrungen
  • Erwartungen, Fragen und gewünschte Entwicklungsrichtung

Paartherapie – zentrale Themenbereiche

  • Grundinformationen zu beiden Partnern
  • Dauer der Beziehung und aktuelle Lebenssituation
  • Anlass der Kontaktaufnahme
  • Wiederkehrende Konflikt- und Kommunikationsmuster
  • Vertrauen, Verbundenheit und emotionale Nähe
  • Sexualität und Intimität, soweit relevant
  • Familie, Kinder, Trennungserfahrungen und andere bedeutsame Lebensumstände
  • Frühere Paartherapie und bereits unternommene Lösungsversuche
  • Was sich beide Partner von der gemeinsamen Arbeit wünschen

Sexualtherapie – zentrale Themenbereiche

  • Eigene Beschreibung des Anliegens
  • Einzel- oder Paarkontakt
  • Sexualität und Intimität in der gegenwärtigen Situation
  • Veränderungen über die Zeit
  • Lust, Kommunikation, Grenzen und Sicherheit
  • Beziehungskontext, soweit relevant
  • Körperliche Beschwerden oder medizinische Faktoren, die zusätzlich abgeklärt werden sollten
  • Orientierung, Identität oder Beziehungsform nur, wenn dies für das eigene Anliegen relevant ist
  • Bisherige Unterstützung und Erwartungen an die therapeutische Begleitung

Häufige Fragen zu den Eingangsfragebögen

Muss ich vor dem Erstgespräch einen Fragebogen ausfüllen?

Nein, der Fragebogen ist freiwillig. Viele empfinden ihn als hilfreiche Vorbereitung. Sie können ihn ausgefüllt zum Termin mitbringen oder Ihre Notizen einfach im Gespräch nutzen.

Ist der Eingangsfragebogen ein psychologischer Test?

Nein. Er sammelt relevante Hintergrundinformationen und Fragestellungen. Eine diagnostische Beurteilung erfordert eine eigene professionelle Einschätzung.

Füllen bei einer Paartherapie beide Partner einen Fragebogen aus?

Der Paarfragebogen gibt beiden Partnern Raum für die eigene Perspektive. Sie können ihn gemeinsam ausfüllen oder jeweils eigene Antworten notieren.

Muss ich jede Frage beantworten?

Nein. Besonders persönliche Fragen können offenbleiben und bei Bedarf im direkten Gespräch aufgegriffen werden.

Gibt es einen eigenen Fragebogen für Sexualtherapie?

Ja. Sexualtherapie hat einen eigenen Eingangsfragebogen, damit intime Fragen fachlich relevant, behutsam und klar begrenzt gestellt werden können.

Was ist der Unterschied zur Selbsteinschätzung?

Die Selbsteinschätzung ist ein frei zugängliches Orientierungsangebot. Der Eingangsfragebogen dient der Vorbereitung auf einen konkreten therapeutischen Kontakt.

Wo finde ich Preise und organisatorische Informationen?

Aktuelle Preise und das Kontaktformular finden Sie unten auf jeder Seite.

Kann ich Kontakt aufnehmen, wenn ich noch nicht weiß, welche Therapieform passt?

Ja. Die passende Form der Begleitung kann im ersten Kontakt oder im Erstgespräch gemeinsam geklärt werden.

Termin anfragen und nächsten Schritt klären

Für eine Terminanfrage nutzen Sie das Kontaktformular unten auf der Seite – dort stehen auch die aktuellen Preise.

Sie können dort angeben, ob es um Einzelpsychotherapie, Paartherapie oder Sexualtherapie geht. Wenn Sie noch unsicher sind, kann auch dies im ersten Kontakt geklärt werden.

Die drei Eingangsfragebögen zum Herunterladen (PDF)

Die drei Eingangsfragebögen finden Sie direkt hier unten zum Herunterladen: für Einzelpsychotherapie, für Paartherapie und für Sexualtherapie. Sie können jeden Fragebogen am Bildschirm oder ausgedruckt ausfüllen und zum ersten Termin mitbringen.

Fragebogen Einzelpyschotherapie - PDF Fragebogen Paartherapie - PDF Fragebogen Sexualtherapie - PDF