Selbsteinschätzung – eine erste Orientierung zu Beziehung, Befinden und Therapie
Manchmal ist deutlich zu spüren, dass etwas Aufmerksamkeit braucht, lange bevor klar ist, wie es benannt werden kann. Dieselben Konflikte in der Partnerschaft kehren wieder. Sorgen nehmen mehr Raum ein.
Energie und Lebensfreude haben sich verändert, Nähe fühlt sich anders an oder Sie fragen sich, ob eine momentane Belastung von selbst wieder leichter wird oder ob professionelle Begleitung hilfreich sein könnte.
Die kurzen Selbsteinschätzungen auf dieser Seite sind für genau diese Situation gedacht. Sie geben Ihren Beobachtungen eine erste Struktur und können sichtbar machen, welche Themen im Moment besonders viel Raum einnehmen.
Es handelt sich ausdrücklich nicht um diagnostische Tests. Einige Antworten auf einer Website können weder eine psychische Diagnose stellen noch eine professionelle Einschätzung ersetzen.
Ziel ist Orientierung: Sie sollen leichter erkennen können, was Sie erleben, welche Fragen daraus entstehen und welche Informationen oder therapeutischen Angebote für Sie interessant sein könnten.
Sie können die Seite allein oder gemeinsam mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner nutzen. Nach jedem Themenbereich führen passende Links zu ausführlicheren Informationen auf der Website.
Wie funktionieren die Selbsteinschätzungen?
Auf der Website gibt es drei interaktive Selbsteinschätzungen: für Einzelpsychotherapie, für Paare sowie zu Sexualität und Intimität. Die folgenden Abschnitte zeigen, worum es jeweils geht.
Jeder Bereich enthält eine überschaubare Zahl von Fragen oder Aussagen. Antworten Sie möglichst danach, wie Sie Ihre Situation in der letzten Zeit tatsächlich erlebt haben – nicht danach, wie sie Ihrer Meinung nach sein sollte.
Die Rückmeldung nach dem Ausfüllen ist beschreibend und differenziert.
Sie kann beispielsweise darauf hinweisen, dass mehrere Antworten auf eine Belastung in der Paarbeziehung, wiederkehrende Sorge oder eine Veränderung von Lust und Intimität hindeuten – ohne daraus eine Diagnose abzuleiten.
Entscheidend ist die nächste sinnvolle Frage: Braucht die Beziehung mehr Aufmerksamkeit? Beeinflusst Sorge inzwischen den Alltag? Besteht eine länger anhaltende Niedergeschlagenheit, die professionell genauer angeschaut werden sollte?
Geht es bei einer sexuellen Frage eher um Lust, Kommunikation, Körper, Beziehung oder um mehrere Ebenen gleichzeitig?
Selbsteinschätzung für Paare – wie geht es unserer Beziehung?
Eine Partnerschaft kann in manchen Bereichen stabil und verbunden sein und gleichzeitig an anderer Stelle unter Druck geraten.
Deshalb bewertet die Paarorientierung keine Beziehung als gut oder schlecht. Sie hilft dabei, wahrzunehmen, welche Muster aktuell besonders bedeutsam sind.
Die Fragen können Kontakt, Kommunikation, wiederkehrende Konflikte, Versöhnung nach einem Streit, Vertrauen, gegenseitiges Verstandenwerden, Bedürfnisse, Nähe, Sexualität und Belastungen des gemeinsamen Alltags einbeziehen.
Es kann aufschlussreich sein, wenn beide Partner die Fragen zunächst getrennt beantworten und anschließend vergleichen, was ihnen aufgefallen ist.
Unterschiedliche Antworten bedeuten nicht automatisch, dass jemand falsch liegt. Sie können zeigen, dass zwei Menschen dieselbe Beziehung aus unterschiedlichen inneren Positionen erleben.
Wenn vor allem das Beziehungsgeschehen im Mittelpunkt steht, führt die Orientierung weiter zur Paartherapie. Wenn Sexualität und Intimität das zentrale Thema sind, wird zusätzlich auf die Sexualtherapie verwiesen.
- Zur Selbsteinschätzung für Paare
- Paartherapie in Stockholm auf Deutsch
- Online-Paartherapie auf Deutsch
- Sexualtherapie
Mögliche Fragen zur Paarbeziehung
- Können wir über schwierige Themen sprechen, ohne dass das Gespräch regelmäßig festfährt?
- Fühle ich mich von meiner Partnerin oder meinem Partner gehört und ernst genommen?
- Kehrt derselbe Konflikt wieder, obwohl wir beide versuchen, ihn zu lösen?
- Finden wir nach Streit oder Distanz wieder in einen guten Kontakt zurück?
- Kann ich meine Bedürfnisse und Grenzen in der Beziehung ausdrücken?
- Gibt es Zärtlichkeit, Interesse und andere Formen von Nähe zwischen uns?
- Ist Sexualität oder körperliche Nähe zu einem Bereich geworden, der Druck, Rückzug oder Schweigen erzeugt?
- Gibt es ein wichtiges Thema, über das wir seit längerer Zeit kaum sprechen?
Angst und Sorge – wann nimmt die innere Anspannung zu viel Raum ein?
Sorge gehört zur menschlichen Fähigkeit, Gefahren vorauszudenken und sich vorzubereiten. Sie kann jedoch so häufig oder intensiv werden, dass sie Entscheidungen, Schlaf, Konzentration, Beziehungen oder Bewegungsfreiheit beeinflusst.
Diese Selbsteinschätzung richtet den Blick darauf, wie stark Sorge und Angst das gegenwärtige Leben beeinflussen. Fragen können körperliche Anspannung, Grübeln, Vermeidung, Kontrollbedürfnis, soziale Unsicherheit oder Situationen betreffen, denen Sie zunehmend aus dem Weg gehen.
Ängste können sehr unterschiedlich aussehen. Für eine erste Orientierung ist deshalb wichtiger, wie sehr sie das Leben einschränken, als eine schnelle Bezeichnung für die Erfahrung zu finden.
Mögliche Fragen zu Angst und Sorge
- Fällt es mir schwer, Sorgen loszulassen, obwohl ich meine Aufmerksamkeit bewusst auf etwas anderes richten möchte?
- Vermeide ich Situationen aus Sorge davor, wie ich mich dort fühlen oder reagieren könnte?
- Ist mein Körper häufig angespannt, wachsam oder schwer zu beruhigen?
- Nehmen Grübeln, Vorbereitung oder Kontrolle viel Zeit ein?
- Ist mein Alltag durch Angst oder Sorge enger geworden?
- Brauche ich häufig Rückversicherung von anderen, um mich wieder sicherer zu fühlen?
Niedergeschlagenheit – wenn Energie, Interesse oder Lebensfreude nachlassen
Traurigkeit, Erschöpfung und Zeiten mit weniger Energie gehören zum Leben. Für eine sinnvolle erste Orientierung ist deshalb wichtig, wie lange eine Veränderung anhält und wie viele Lebensbereiche davon betroffen sind.
Die Fragen können Energie, Interesse, Freude, Initiative, Konzentration, Schlaf, soziale Kontakte und die Wahrnehmung der eigenen Zukunft betreffen.
Sie helfen zu erkennen, ob sich mehrere Bereiche gleichzeitig verändert haben und ob eine professionelle Einschätzung sinnvoll sein könnte.
Dieser Bereich wird bewusst nicht als Depressionstest bezeichnet. Eine Depression ist eine klinische Diagnose, für die deutlich mehr Informationen notwendig sind, als eine kurze webbasierte Selbsteinschätzung liefern kann.
Mögliche Fragen zu Niedergeschlagenheit
- Fühlen sich Dinge, die mich sonst interessieren oder berühren, deutlich weniger bedeutsam an?
- Haben sich Energie und Initiative über längere Zeit verändert?
- Ziehe ich mich stärker von Menschen oder Aktivitäten zurück, die mir normalerweise wichtig sind?
- Haben sich Schlaf, Konzentration oder Alltagsrhythmus über eine längere Phase verändert?
- Fällt es mir schwerer als sonst, mir vorzustellen, dass sich meine Situation wieder verändern kann?
Sexualität und Intimität – was hat sich verändert?
Sexualität ist ein Bereich, in dem Menschen sich schnell selbst bewerten. Die Orientierung auf dieser Seite lädt dazu ein, mit Neugier auf die Zusammenhänge zu schauen.
Fragen können Lust, unterschiedliche Bedürfnisse in einer Partnerschaft, körperliche Präsenz, Sicherheit, Initiative, Grenzen, Kommunikation, Schmerzen oder Unwohlsein, Identität und die Verbindung zwischen Beziehung und Sexualität betreffen.
Die Rückmeldung bewertet keine sexuelle Erfahrung als normal oder unnormal. Sie hilft dabei, unterschiedliche Themen voneinander zu unterscheiden, und führt bei Bedarf zur ausführlichen Seite über Sexualtherapie.
Mögliche Fragen zu Sexualität und Intimität
- Hat sich meine sexuelle Lust auf eine Weise verändert, die Fragen bei mir auslöst?
- Kann ich in einer intimen Situation wahrnehmen, was ich selbst möchte?
- Kann ich ein Ja, Nein oder Vielleicht ausdrücken, ohne große Sorge vor der Reaktion des Gegenübers?
- Ist körperliche Nähe mit Erwartungsdruck verbunden?
- Fällt es uns als Paar schwer, offen über Sexualität zu sprechen?
- Gibt es Schmerzen, körperliche Beschwerden oder medizinische Fragen, die zusätzlich fachlich abgeklärt werden sollten?
- Gibt es Fragen zu sexueller Orientierung, Geschlecht, Identität oder Zugehörigkeit, die ich in einem professionellen Rahmen erkunden möchte?
Welche therapeutische Begleitung könnte zu meiner Situation passen?
Es ist nicht immer eindeutig, ob Einzelpsychotherapie, Paartherapie oder Sexualtherapie die passende erste Anlaufstelle ist. Manche Themen liegen an der Schnittstelle mehrerer Bereiche.
Wenn die hauptsächliche Belastung im Zusammenspiel der Partnerschaft liegt – etwa bei Konflikten, Kommunikation, Vertrauen oder wiederkehrenden Beziehungsmustern – kann Paartherapie der naheliegende Ausgangspunkt sein.
Wenn es stärker um die eigene Lebenssituation, wiederkehrende emotionale Muster, Angst, Niedergeschlagenheit, Selbstverständnis oder den Wunsch nach tieferer persönlicher Reflexion geht, kann individuelle Psychotherapie sinnvoll sein.
Wenn Sexualität, Lust, Intimität, Körpererleben, sexuelle Grenzen oder sexuelle Kommunikation im Mittelpunkt stehen, kann Sexualtherapie eine passende Ausgangsebene sein. Der Schwerpunkt kann sich im therapeutischen Prozess weiterentwickeln.
- Psychotherapie
- Psychotherapie online auf Deutsch
- Paartherapie Stockholm
- Online-Paartherapie
- Sexualtherapie
Selbsteinschätzung und Eingangsfragebogen sind zwei unterschiedliche Dinge
Neben dieser öffentlichen Orientierungsseite gibt es separate Fragebögen zur Vorbereitung auf eine Therapie. Sie erfüllen eine andere Aufgabe.
Die Selbsteinschätzung ist offen zugänglich und kann genutzt werden, bevor Sie überhaupt entschieden haben, Kontakt aufzunehmen.
Ein Eingangs- oder Intake-Fragebogen dient dagegen der Vorbereitung auf einen konkreten therapeutischen Kontakt und kann Hintergrundinformationen, aktuelle Anliegen und Erwartungen erfassen.
Die Reihenfolge ist also: zuerst freiwillige Orientierung, dann – wenn ein Erstgespräch vereinbart ist – strukturierte Vorbereitung.
Wenn eine webbasierte Orientierung nicht ausreicht
Eine Selbsteinschätzung kann Gedanken ordnen, aber kein persönliches Gespräch ersetzen, in dem Dauer, Intensität, Lebenssituation, Beziehungen, körperliche Faktoren und individuelle Geschichte gemeinsam betrachtet werden.
Wenn sich Ihr psychisches Befinden deutlich verschlechtert, der Alltag stark beeinträchtigt ist oder Beschwerden möglicherweise körperliche Ursachen haben, ist eine professionelle Abklärung wichtig.
In akuten Situationen oder bei unmittelbarer Gefahr für Sie selbst oder andere sollten Sie die regulären medizinischen beziehungsweise psychiatrischen Notfallangebote an Ihrem Aufenthaltsort nutzen.
In Schweden erreichen Sie den Notruf unter 112 und die Gesundheitsberatung unter 1177.
In Deutschland gilt ebenfalls der Notruf 112; die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr kostenfrei unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 erreichbar.
Die Selbsteinschätzungen auf dieser Website sind deshalb immer eine erste Orientierung. Sie ersetzen weder Diagnostik noch Akuthilfe.
Von der ersten Orientierung zum ersten Gespräch
Wenn Ihnen durch eine Selbsteinschätzung ein Muster klarer wird, können Sie zunächst auf der Website zu diesem Thema weiterlesen. Ihre Beobachtungen können Sie ebenso in ein erstes therapeutisches Gespräch mitbringen.
Sie müssen vor der Kontaktaufnahme nicht bereits sicher wissen, welche Therapieform die richtige ist. Ein Teil des ersten Gesprächs kann darin bestehen, gemeinsam zu klären, was im Mittelpunkt steht und welche Form der Begleitung dazu passt.
Ich arbeite auf Deutsch, Schwedisch und Englisch – in meiner Praxis in Stockholm und in geeigneten Fällen online. Aktuelle Preise und das Kontaktformular finden Sie unten auf jeder Seite.
Häufige Fragen zur Selbsteinschätzung
Sind das psychologische Tests?
Nein. Es handelt sich um kurze orientierende Selbsteinschätzungen. Sie sind keine diagnostischen Tests und ersetzen keine professionelle Beurteilung.
Kann die Selbsteinschätzung feststellen, ob ich eine Depression oder Angststörung habe?
Nein. Sie kann Belastungen und Auswirkungen auf den Alltag sichtbar machen. Eine Diagnose erfordert eine klinische Einschätzung.
Können wir die Paar-Selbsteinschätzung gemeinsam machen?
Ja. Sie können die Fragen gemeinsam nutzen oder zunächst getrennt beantworten und anschließend darüber sprechen, was Ihnen aufgefallen ist.
Bekomme ich ein automatisches Ergebnis?
Ja. Nach dem Ausfüllen erhalten Sie eine kurze, differenzierte Orientierung anhand Ihrer Antwortmuster. Sie beschreibt Themen und mögliche nächste Schritte, stellt aber keine Diagnose.
Gibt es auch eine Selbsteinschätzung zu Sexualität?
Ja. Dieser Bereich beschäftigt sich mit Lust, Intimität, Kommunikation, Grenzen und dem jeweiligen Zusammenhang.
Was ist der Unterschied zum Eingangsfragebogen?
Die Selbsteinschätzung ist eine freiwillige erste Orientierung. Der Eingangsfragebogen ist ein separates Instrument zur Vorbereitung auf einen konkreten therapeutischen Kontakt.
Muss ich eine Selbsteinschätzung machen, bevor ich einen Termin anfrage?
Nein. Sie können direkt Kontakt aufnehmen. Die Selbsteinschätzung ist lediglich ein freiwilliges Reflexionsangebot.
Wie finde ich heraus, welche Therapieform passt?
Die Informationen auf dieser Seite können eine erste Richtung geben. Die Frage kann auch im ersten Gespräch gemeinsam geklärt werden.